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DRESSCODE AUF HOCHZEITEN: „HAT DIE ERNSTHAFT WEIßE SCHUHE AN?!“

dresscode hochzeit

Du bist auf einer Hochzeit eingeladen und noch unsicher, welches Kleid sich dafür eignet? Viele, sehr viele! Aber: Es gibt einige ungeschrieben Gesetze und No-Gos, mit denen du unwissend im Fettnäpfchen landen kannst. Erfahre mehr! 

Wenn man pro Jahr doch auf einigen Hochzeiten eingeladen ist, wird man langsam etwas routinierter, was die Kleiderwahl angeht. Also ich zumindest  – spätestens nach Hochzeit Nummer 10 ist der eigene Fundus an schönen Kleidern auch schon etwas gewachsen. Also Schrank auf, Kleid raus, Schuhe dazu. Von meinem Spiegelbild und meinem Freund einmal abnicken lassen. Passt schon. Denn: So groß der Wirbel um das eigene Outfit auch immer ist, versuche ich mir dann doch bewusst zu machen: Es wird niemanden interessieren, was ich an diesem Tag tragen werde.

Schließlich sind die Blicke der Gäste dorthin gerichtet, wo sie an einem solch besonderen Tag hingehören: Zum Brautpaar! Oder?

Ich erinnere mich an eine meiner Hochzeiten in den letzten Jahren. Nach der rührenden Trauung lag eine gehörige Portion Liebe in der Luft und das frisch vermählte Paar strahlte mit der Sonne um die Wette. Ich wischte mir noch kurz die Augen trocken (Wasserfeste Mascara olé) und beobachte bei meinem Gläschen Prosecco das glückliche Paar, als mein aufgewärmtes Herz plötzlich in eine eiskalte Schockstarre verfiel. Hinter mir hörte ich es entsetzt und in einem sehr bissigem Ton sagen: „Hat die ernsthaft weiße Schuhe an?!“ Automatisch führte mein Blick an mir runter. Erleichterung, schwarze Pumps. Der Spruch galt jemand anderem: einem Mädchen im zarten Teenager-Alter. Schüchtern und ebenfalls emotional ergriffen stand sie bei ihrer Familie und ahnte wohl nichts von dem, was gerade über sie gesprochen wurde. Das weitere Getuschel war schlichtweg gemein und ich hatte keinen Zweifel daran, wer jetzt tatsächlich ein Problem hat: nämlich nicht dieses Mädchen im blauen Kleid mit weißen Pumps. Sondern die erwachsene Frau hinter mir, die diese herzerwärmende Szenerie beim Sektempfang nach der Trauung nicht genießen kann und sich in ihrer Bösartigkeit den Schuhen anderer Gäste widmet.

Was du auf einer Hochzeit nicht anziehen solltest

Etwas enttäuscht fühlte ich mich in diesem Moment mit meinen Gedanken bei der Kleiderwahl wieder einmal bestätigt. Denn so routiniert ich dabei vielleicht bin, ist es ja leider so, dass man als Frau doch einiges falsch machen kann. Unabhängig von dem vielleicht vorgegebenen Dresscode auf Hochzeiten oder dem allgemeinen und persönlichen Stil geben noch immer ungeschriebene Gesetze vor, was auf einer Hochzeit dem Anschein nach absolute NO-GOs sind. Vorhang auf für:

1. Weiß, Creme, Champagner – die Farbe der Braut
Weiß ist und bleibt die Farbe der Braut. Und NUR die Farbe der Braut. Diese Regel kennt eigentlich jede Frau und wird nur in den seltensten Fällen wirklich mal missachtet. Aber habe ich im Freundeskreis auch schon erlebt. Kombiniert man ein weißes Kleid noch mit weißem Haarschmuck, kann das eine Freundschaft mit der Braut schon ordentlich auf die Probe stellen. 😉

2. Schwarzes Kleid: In Trauerkleidung zur Hochzeit Die Farbe Schwarz steht für Trauer, wird standesgemäß auf Beerdigungen getragen und hat daher zu fröhlichen Anlässen wie Hochzeiten eigentlich nichts verloren. Aber nur eigentlich. Denn das sieht man heute etwas lockerer: Viele greifen doch zum beliebten Kleinen Schwarzen und peppen das Outfit meist mit farbigen Accessoires auf – muss man mögen.

3. Rotes Kleid: Die Geliebte des Bräutigams Diese Regel kennt heute kaum noch jemand, dabei ist sie extrem gefährlich: Ladies im roten Kleid sagt man eine Liaison mit dem Bräutigam nach – oder zumindest ein gesteigertes Interesse daran, der Braut die Show stehlen zu wollen. Du hast schon mal ein rotes Kleid auf einer Hochzeit getragen? Keine Panik! Wie gesagt, nur wenigen ist diese Dresscode-Regel vertraut.

4. Perlenschmuck: Jede Perle eine Träne Auch die klassischen Schmuckstücke sollte man zu Hause lassen, denn laut Überlieferung bringen sie dem Hochzeitspaar Unglück: Perlen stehen sinnbildlich für die Tränen, die während der Ehe fließen werden. Ich habe beobachtet, dass viele ältere Damen diese Regel kennen und beachten, wenn sie bei ihren Enkeltöchtern oder Nichten auf der Hochzeit eingeladen sind. Zudem kenne ich auch einige Bräute, die an ihrem großen Tag bewusst auf Perlenschmuck verzichten. Witzigerweise habe ich aber schon viele Brautmütter mit Perlenschmuck gesehen – vielleicht fällt es ihnen doch nicht so leicht, ihre Töchter ins Eheglück zu entlassen? 😉

Wie halte ich es denn mit den Dresscode-Regeln auf Hochzeiten?

Es sei an dieser Stelle betont, dass es sich bei den sogenannten „Regeln“ um reinen Aberglaube oder irgendwelche uralten Überlieferungen handelt. Logisch, dass viele das für völligen Quatsch halten und dem nicht viel Bedeutung beimessen – verständlich. Das Thema „Weißes Kleid“ kann vielleicht noch unter „Hochzeits-Knigge“ als Form der Höflichkeit angesehen werden. Trägt Frau einfach nicht.

Doch wie handhabe ich das jetzt, nachdem ich mit meiner Kleiderauswahl an Hochzeiten von Freunden deutlich entspannter geworden bin? Ich gebe zu, dass ich mich nach wie vor voll und ganz an diese ungeschriebenen Gesetze halte. Ja, ich bin ein bisschen abergläubisch. Aber ich verzichte nicht darauf, weil ich von dem Unglück überzeugt bin, das diese NO-GOs bringen könnten. Sollte sich das Hochzeitspaar irgendwann trennen, dann sicher nicht, weil jemand auf der Hochzeit eine Perlenkette getragen hat.

kleid als hochzeitsgast

Ich schenke diesen traditionellen Regeln vielmehr deshalb Beachtung, weil ich niemanden unbeabsichtigt auf die Füße treten und zudem unauffällig bleiben möchte. Vielleicht glaubt die Braut ja ganz fest daran? Aber selbst wenn sie diese Kleiderregeln für unsinnig hält und dir als Freundin sogar großzügig ein weißes Kleid gestattet: Es wird vermutlich immer diese Art von Gästen geben, die dir böse Absichten unterstellen wollen. Das kann und sollte einem vielleicht total egal sein – das würde ich im Zweifel auch empfehlen. Jeder sollte anziehen, worin er sich wohl fühlt. Ich persönlich kann da nicht so gleichgültig sein. Zudem finde ich manchmal solche alten Überlieferungen auch ganz schön und die Online-Shops sind voll mit vielen farbenfrohen Kleidern – ich fühle mich durch diese ungeschriebenen Gesetze null eingeschränkt und genieße es, mich für einen so besonderen Tag ein wenig festlich herzurichten. Klar ist natürlich, dass niemand darum bemüht sein sollte, schöner oder auffälliger auszusehen als die zwei Turteltauben.

Spoiler: Das gelingt sowieso nicht, da sie in der Regel alle Gäste völlig überstrahlen – sogar die, die sich an dem Tag selbst mit schäbigen Lästereien die Laune verderben möchten und über die Outfits anderer herziehen.

Darauf noch ein Schlückchen Prosecco!

deine Jessica

 

 

 

Und wie steht‘s mit dir? Hältst du dich uneingeschränkt an den Dresscode für Hochzeiten? Welche Erfahrung hast du gemacht? Oder kennst du vielleicht noch mehr von diesen Regeln zum Dresscode auf der Hochzeit? Erzähl mir in den Kommentaren davon!

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